CHRONARTA richtet sich an Menschen, denen ein reflektierter Umgang mit Zeit wichtig ist, und unterstützt sie dabei, eigene Verfahren zu entwickeln und wirksam einzusetzen.
Das Projekt ist aus einer langjährigen Praxis in unterschiedlichen Kontexten entstanden – unter variierenden Voraussetzungen, an verschiedenen Orten und in Zusammenarbeit mit Menschen aus vielfältigen Hintergründen. Über Jahre hinweg zeigte sich in Lehr-, Forschungs- und Vermittlungskontexten, dass die musikalische Arbeit mit dem Phänomen Zeit weit über den künstlerischen Raum hinaus wirksam wird.
Ausgangspunkt ist eine transdisziplinäre Praxis, die mit komplexen rhythmischen Strukturen und Polyrhythmik aus unterschiedlichen Zeitkulturen arbeitet. In Vorträgen, Workshops und Seminaren – häufig bewusst außerhalb des kunsthochschulischen Kontexts – wurde diese Arbeit kontinuierlich erprobt und weiterentwickelt.
Dabei zeigte sich in sehr unterschiedlichen Gruppenkonstellationen immer wieder eine ähnliche Resonanz: Egal ob Medizinstudentin, Psychiater, Führungskraft, Diplomatin oder UN-Peacekeeper: die Arbeit an Zeitpraxis schärft die Wahrnehmung für das eigene Verhältnis zu und für das Handeln in und mit der Zeit. Nicht als modische Methode der Optimierung, sondern als bewusste Auseinandersetzung mit Zeit als proaktiv gestaltbarem Material.
CHRONARTA bietet ein einzigartiges Lern-, Reflexions- und Erfahrungsangebot für Individuen, Teams sowie Organisationen und Institutionen, die ihr Verhältnis zur Zeit bewusst reflektieren und weiterentwickeln möchten.
Es richtet sich an Menschen, die zeitbasierte Kompetenzen erwerben wollen, um ihr Handeln in einem zunehmend komplexen Alltag klarer, verantwortlicher und wirksamer zu gestalten – individuell wie kollektiv.
Die Arbeit mit Einzelpersonen fokussiert die bewusste Ausrichtung des eigenen Zeitverhältnisses. Teams nutzen CHRONARTA, um ihre zeitlichen Interaktionen zu reflektieren und ihre Zusammenarbeit neu zu strukturieren. Organisationen und Institutionen greifen auf die Formate zurück, um zeitliche Prozesse zu überprüfen und weiterzuentwickeln und auch unter volatilen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben.
CHRONARTA arbeitet mit den vielgestaltigen Techniken zeitbasierter Künste, insbesondere der zeitgenössischen Musik, des Jazz sowie unterschiedlicher Kunstmusiken der Weltkulturen. Diese ausgefeilten künstlerischen Praktiken werden aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgelöst und auf die unterschiedlichsten Praxisfelder gespiegelt. Dabei steht nicht die Kunstform selbst im Mittelpunkt, sondern die in ihr verkörperten zeitlichen Prinzipien und ihre praktisch übertragbaren Anwendbarkeiten.
Das jeweils situationsspezifisch entwickelte Programm eines Zeitpraxis-LABs verbindet künstlerische Praxis, Forschung und Lehre zu einem transdisziplinären Prozessformat des Zeitdesigns. Dieses Format ist in sozialen, institutionellen und spezialisierten professionellen Kontexten verankert und richtet sich stets auf die Anforderungen intersubjektiven Handelns in immer komplexeren Konstellationen.
Ziel eines LABs ist es, ein vertieftes Verständnis dafür zu entwickeln, was zeitbasierte Kompetenzen sind und wie sie ausgebildet werden können.
Teilnehmende erfahren beispielsweise praxisnah, was Timing in der Arbeit eines sehr guten Jazzschlagzeugers tatsächlich bedeutet: das präzise Zusammenspiel von Zeitwahrnehmung, Entscheidung und Reaktion im kollektiven Kontext und in kürzesten zeitlichen Abständen. Diese Prinzipien lassen sich auf andere hochkomplexe Situationen übertragen, etwa auf die Koordination eines chirurgischen Teams vor, während, oder nach einer Operation oder auf das Interplay eines professionellen Küchenteams vor einer neuen Saison mit neuem Menü.
Ein weiteres zentrales Arbeitsfeld ist die Auseinandersetzung mit Multiple Way Independence: der Fähigkeit, mehrere voneinander unabhängige Handlungsebenen gleichzeitig wahrzunehmen, zu steuern und zu gestalten. Über musikalische Praktiken wird erfahrbar, wie sich dieses Prinzip auf die Anforderungen von Multitasking-Situationen in unterschiedlichen professionellen Kontexten übertragen lässt – von der zivilen Luftfahrt bis zur parallelen Verantwortungsführung in komplexen Organisationen.
Das Ergebnis eines Zeitpraxis-LABs ist immer die spürbare Präsenz neu erworbener oder geschärfter zeitbasierter Kompetenzen: die Fähigkeit, komplexe Situationen in ihren zeitlichen Abläufen differenziert wahrzunehmen, sie mit angemessener Gelassenheit zu strukturieren und proaktiv zu gestalten – situationsbezogen, individuell wie kollektiv und nachhaltig wirksam.
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